04.06.2021 / Artikel, News / /

Nein zu den extremen Agrar-Initiativen

Am 13. Juni stimmen wir gleich über zwei agrarpolitische Vorlagen ab: Die Pestizid- sowie die Trinkwasserinitiative. Für Die Mitte ist klar, dass diese beiden Initiativen zu extrem und zu radikal sind. Weshalb erklärt uns Nationalrätin Priska Wismer-Felder.

«Als Bäuerin ist es mir ein grosses Anliegen, die Natur gesund zu erhalten. Es ist in unserem ureigenen Interesse, die Grundlagen unserer Arbeit zu bewahren und eine nachhaltige Landwirtschaft zu betreiben. Die Pestizid- und die Trinkwasserinitiative sind aber nicht der richtige Weg. Sie sind zu extrem und verfehlen erst noch ihre Ziele.»

Priska Wismer-Felder  Nationalrätin (LU)

Aus diesen 3 Gründen sage ich klar Nein zu den extremen Agrar-Initiativen sage:

1. Ziele werden verfehlt

Bereits heute sind Direktzahlungen an landwirtschaftliche Betriebe an die Einhaltung des ökologischen Leistungsnachweises (ÖLN) geknüpft. So müssen Bäuerinnen und Bauern unter anderem eine geregelte Fruchtfolge einhalten, eine ausgeglichene Nährstoffbilanz aufweisen und ihren Beitrag zum Erhalt und Förderung der Biodiversitätsflächen leisten. Bei einer Annahme besteht die Gefahr, dass Landwirtschaftsbetriebe aus dem Direktzahlungssystem und somit auch aus den strengen Kriterien des ökologischen Leistungsnachweises (ÖLN) aussteigen würden. Wodurch die Umweltbelastung in der Produktion nicht ab-, sondern noch mehr zunimmt.

2. Höhere Preise für Lebensmittel

Eine Annahme der Pestizidinitiative würde die Produktion von Lebensmitteln in der Schweiz stark einschränken, da wichtige Hilfsmittel fehlen, um die Ernte vor Schädlingen zu schützen. Dies verteuert die Produktion. Als Folge würden auch die Lebensmittelpreise für die Konsumentinnen und Konsumenten klar steigen. Bei einer vierköpfigen Familie kann das schnell ein paar Hundert Franken pro Monat ausmachen.

3. Selbstversorgungsgrad sinkt – Importe steigen

Eine Annahme der Initiativen würde unseren Selbstversorgungsgrad enorm senken. Dies gefährdet die Ernährungssicherheit, für die sich das Schweizer Stimmvolk 2017 deutlich ausgesprochen hat. So werden wir gezwungen sein, mehr Lebensmittel zu importieren. Es gibt aber kein anderes Land, in dem die Umwelt- und Tierschutzvorschriften so strikt sind wie in der Schweiz. Mir ist es ein grosses Anliegen, dass unsere Lebensmittel ökologisch und nachhaltig produziert werden. Aus diesen Gründen sage ich klar Nein zu den Agrar-Initiativen. Es herrscht aber keinesfalls Stillstand in der Landwirtschaft. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wurde schon halbiert. Und auf Initiative aus der Mitte-Partei hat das Parlament einen Vorschlag ausgearbeitet, der sich den zentralen Anliegen der beiden Initiativen annimmt. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und die damit verbundenen Umweltrisiken für Flüsse, Seen und naturnahe Lebensräume sollen bis 2027 nochmals halbiert werden.